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  • Alice Niederlich

Spiritualität, Yoga und die moderne Welt

Aktualisiert: 10. Jan.


Bevor wir in den Artikel starten beantworte dir doch selbst mal folgende

Frage: Was bedeutet Spiritualität für dich?


Hättest du mich vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich auf jeden Fall Begriffe, wie „Esoterik“ und „irgendwie ist das alles total weird“ in die Runde geworfen. Und Ich kann dir sagen, dass ich nicht eines Morgens aufgewacht bin und festgestellt hab, dass ich ein spirituelles Wesen erfüllt von Liebe bin. Nein, es war ein Prozess, der mein Bewusstsein für etwas Größeres geweckt hat.


Doch fangen wir von vorne an…

Unsere Welt ist absolut schnelllebig und es ist nicht zu leugnen, dass es so oft um höher, schneller, weiter geht und somit überall die Konkurrenz lauert, die uns dazu antreibt, noch mehr Gas zu geben. Ich selbst war absolut gefangen in dieser Welt und habe permanent die Gedanken gehabt, dass ich noch besser werden muss. Doch irgendwann geht einem die Puste aus, denn es wird immer Jemanden geben, der besser, schneller, erfolgreicher, usw. ist. Doch genau das löst in vielen von uns Unzufriedenheit, Traurigkeit, Wut, Selbstzweifel und Neid aus und ein Gefühl von nicht gut genug. Während also viele von uns durch die Tage hetzen gibt es da aber auch die Menschen, die absolut im Einklang leben. Diese Menschen strahlen Ruhe, Lebensfreude und Zufriedenheit aus. Diese Menschen leuchten regelrecht und sehen sogar in den kleinsten Dingen etwas Wunderschönes.


Wie bereits erwähnt habe ich das jedoch lange abgelehnt und belächelt. Doch warum eigentlich? Weil Neid in mir war, Neid, dass es Menschen gibt, die glücklich sind mit sich, die ihr Potential leben und mit ihrer Energie einfach so viel wundervolles in ihr Leben ziehen.

Natürlich war es schwer mir das einzugestehen, denn wer will schon Neid empfinden?! Es ist also einfacher andere zu belächeln, anstatt die eigene Komfortzone zu verlassen. Denn begeben wir uns auf die spirituelle Reise, müssen wir zwangsläufig raus aus dem Komfort, wir müssen dort ansetzten, wo es auch schmerzhaft werden kann.

Mit den wachsenden Selbstzweifeln hat es bei mir jedoch irgendwann klick gemacht. Ich wollte diese Unzufriedenheit nicht mehr fühlen und bei dem Sprint um Erfolg ging mir auch definitiv die Luft aus. Es gab an diesem Punkt für mich nur zwei Optionen:


1. Ich bleibe in meinem Leid und somit auch in meiner Unzufriedenheit.

2. Ich probiere mal etwas Neues aus und kann vielleicht meine Sichtweise auf das Leben positiv verändern.


Ich habe mich für Option zwei entschieden und mich in diesem Zuge der „Welt des Yoga“ und der Spiritualität geöffnet.

Es gibt keine Definition, die man pauschal für Spiritualität verwenden kann. Doch ich kann dir sagen was es für mich und für viele Menschen bedeutet:


Spiritualität bedeutet, sich auf eine Reise zu sich selbst zu begeben. Zu dem Selbst, dass losgelöst ist vom Ego und absolut unbeeindruckt ist von dem, was im Außen passiert, ein Selbst, das nicht nach höher, schneller, weiter strebt, sondern zufrieden ist.

Ein Selbst, dass die hellen, strahlenden und wärmenden Qualitäten von Licht hat und wahre Freude ist.


Spiritualität bedeutet sich seiner selbst bewusst zu werden.


Spiritualität bedeutet Vertrauen ins Leben zu haben.


Spiritualität bedeutet Liebe zu empfinden und der Welt mit Liebe zu begegnen.


Spiritualität bedeutet nach Innen zu schauen, auch wenn es wehtut und ungemütlich wird.


Spiritualität bedeutet sich an die großen Fragen des Lebens heranzutrauen:


- Wer bin ich wirklich und wo komme ich her?

- Was ist meine Bestimmung (Dharma) in diesem Leben?

- Was ist mein Potential und wie kann ich dieses schlafende Potential (Kundalini Shakti) wecken und für mich nutzen?


Und genau hier kommt für mich Yoga ins Spiel. Denn die Yogis haben genau auf diese großen Fragen Antworten. Und eine Antwort ist, dass die Antworten bereits in uns liegen. Die Yogapraxis unterstützt uns aber darin uns dessen, was bereits da ist, auch bewusst zu werden. Durch die Praktiken des Yoga haben wir die Möglichkeit unser Potential aufzuwecken und auszuleben. Wir können lernen unsere Energie genau dort hinzulenken wo wir sie brauchen und wir bekommen die Chance unseren plappernden Geist ruhig werden zu lassen und unser wahres Selbst kennenzulernen. An dieser Stelle könnte ich noch ewig darüber schreiben, wie großartig Yoga ist, doch wie B.K.S. Iyengar es so schön sagte: „Man kann den Wert von Yoga nicht beschreiben, man muss ihn erfahren.“


Zum Abschluss möchte ich dir noch mit auf den Weg geben, dass wir Menschen sind und keine Maschinen. Und es ist absolut menschlich nicht immer nur Liebe zu empfinden, sondern eben auch Gefühle wie Neid, Traurigkeit, Wut, Eifersucht, usw. Lass dir hier nichts anderes einreden, denn diese Gefühle dürfen auch da sein. Der Punkt ist, sich nicht an dieses Gefühl anzuhaften. Es ist aber wichtig diese Emotion wahrzunehmen, sie auch mal wirklich zu fühlen (auch wenn es unangenehm ist), sie aber dann auch wieder loszulassen.

Außerdem ist mir klar, dass nicht alle Yogapraktiken zeitgemäß sind oder vielleicht auch einfach nicht zu dem Leben, das du, ich, wir führen, passen. Deshalb verschreibe ich mich persönlich immer mehr dem Tantra Yoga und der Tantra Philosophie. Eine Philosophie, die Ja zum Leben in all seinen unterschiedlichen Facetten sagt, eben auch zu den Zeiten, die uns herausfordern. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist es in den Zeiten, in denen alles zu unserer Zufriedenheit ist, nicht sooo schwer Vertrauen ins Leben zu haben und hoffnungsvoll zu sein. Anders ist es jedoch, wenn uns das Leben eine Herausforderung schickt. Doch wenn wir dann laut Ja sagen und diese Herausforderung annehmen, haben wir eine große Chance auf persönliches Wachstum. Und das ist meiner Meinung nach absolut spirituell.



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