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  • Alice Niederlich

Mit Ayurveda den Herbst ausbalancieren




Seit dem 22.09. haben wir ganz offiziell Herbst. Die goldene Jahreszeit, die uns einlädt zurück zu uns selbst zu kommen und mehr in die Gemütlichkeit und Ruhe einzutauchen.

Die Blätter färben sich in den schönsten Farben und voller Vertrauen, gibt die Natur sich dem Wandel hin und die Bäume lassen ihre Blätter einfach los...

Der Sommer ist eine sehr aktive Jahreszeit, wir gehen viel raus, sind unterwegs und wollen diese Zeit im Jahr voll und ganz auskosten. Wir sind viel im Außen körperlich aber oft auch auf geistiger emotionaler Ebene.

Im Herbst heißt es nun die Aufmerksamkeit vom Außen wieder mehr nach Innen zu richten, mehr bei uns selbst anzukommen und gut für uns zu sorgen. Denn tauchen wir ab in diese Stille, wird unsere innere Stimme hörbar. Jetzt ist der Moment, in dem wir auf ganz natürliche Art und Weise eingeladen werden all das, was uns nicht mehr dient, loszulassen und Raum für Neues zu schaffen. (*Lese hierfür auch gerne meinen Blockbeitrag "Lerne loszulassen")

Doch neben all der Magie und dem goldenen Licht gibt aus auch die Tage im Herbst, an denen uns der kalte Wind um die Ohren pfeift, der Himmel grau und trist erscheint und die Stimmung sich langsam aber sicher den Nullpunkt erreicht. Um dem entgegenzuwirken möchte ich gerne die Sichtweise des Ayurveda (die Schwesternwissenschaft des Yoga) auf dem Herbst mit dir teilen und dir anschließend ein paar Anregungen mit auf den Weg geben, damit auch du den Herbst voll und ganz für dich nutzen kannst. Denn im Ayurveda geht es immer darum eine Balance zu schaffen.

Vielleicht hast du schon mal den Begriff der drei Ayurveda Typen (Doshas) gehört?! Wir sprechen von Pitta, Vata und Kapha. Um dir dies etwas genauer zu erklären, muss ich etwas mehr ausholen. Aus ayurvedischer Sicht besteht die Welt seit Beginn an aus fünf Elementen: Äther, Feuer, Wasser, Luft und Erde. Und sowohl im Yoga als auch im Ayurveda gehen wir davon aus, dass sich das gesamte Universum auch in uns befindet. Die Sonne, der Mond und auch die fünf Elemente.

Pitta, Vata und Kapha setzten sich nun aus den fünf Elementen zusammen und bilden das biologische Fundament in uns. Pitta entsteht aus Feuer und Wasser, Vata aus Äther und Luft und Kapha aus Erde und Wasser.

Wenn wir uns also mehr mit den Doshas beschäftigen und sie verstehen, verstehen wir auch, welches der Doshas in uns aus dem Gleichgewicht geraten ist und wie wir wieder eine Balance herstellen können.

Wichtig zu wissen ist, dass wir nicht entweder Vata oder Pitta oder Kapha in uns tragen, sondern das wir Menschen alle Doshas in uns tragen, jedoch in unterschiedlichen und ganz individuellen Gewichtungen. Wenn du also z.B. Vata Typ bist, dann hat das Vata in dir das meiste Gewicht und ist das prädominante Dosha. Bist du beispielsweise Vata Kapha Typ, dann ist Vata das vorherrschende Dosha und Kapha das sekundäre Dosha - dennoch trägst du auch Pitta in dir, wenn auch in einem geringeren Anteil wie Vata und Kapha. Wenn du gerne herausfinden möchtest welcher Ayurveda Typ du bist, dann gib in eine Suchmaschine einfach “Ayurveda Typ Test” ein und du wirst eine zahlreiche Auswahl finden. Ich habe immer mehrere Tests gemacht, um sicher zu gehen, jedoch kam bei mir stets das gleiche Ergebnis raus - Vata Kapha Typ. ;)

So und jetzt wird es besonders spannend, denn die fünf Elemente befinden sich nicht nur in unserem Körper, sondern auch in all dem, was uns umgibt. Also z.B. auch Uhrzeiten und eben auch die Jahreszeiten.

Erinnere dich noch einmal, welches Dosha welche Elemente enthält und dann rate doch mal, welches Dosha den Herbst bestimmt?

Richtig, der Herbst ist von Vata dominiert. Die Qualitäten von Vata sind Trockenheit, Kälte, Leichtigkeit, Feinheit und Beweglichkeit und auch Schnelligkeit. Und genau das bringt der Herbst mit sich: Kalte und oft trockene Luft, Wind (Beweglichkeit, Schnelligkeit, Leichtigkeit).

Nun kann es passieren, dass das Vata sich erhöht und aus der Balance gerät. Kleine Sidenote: Der Typ, der in unserem Körper dominiert, muss nicht immer automatisch das Dosha sein, das aus der Balance geraten ist. Ich, als Vata Kapha Typ, bekomme im Sommer oft Sonnenallergie, was auf ein gestörtes Pitta (Feuer) hinweist.

Im Herbst wollen wir wollen also unser Vata im Gleichgewicht halten, um die Magie in vollen Zügen genießen zu können.




Mit folgenden Tipps kannst du dein Vata ausbalancieren:


1. Wärme - da Vata mit Bewegung und Kälte verbunden ist, ist es wichtig, dass du dich schön warm hältst. Besonders Vata Typen haben von Naturaus schon sehr häufig kalte Hände und Füße. Pack also die wunderhübschen Stricksocken und Mützen aus, mach dir eine Wärmflasche, Kuschel dich in eine Decke ein und mach es dir warm und gemütlich.

2. Die Wärme bezieht sich ebenfalls auf das Essen. Mal abgesehen davon, dass Rohkost für viele von uns schwer verdaulich ist, ist es in der Vata Jahreszeit wundervoll auf warme Speisen zusetzten. Hervorragend sind natürlich Suppen und Eintöpfe (Weiter unten findest du ein Rezept, für eine Vata-reduzierende Kürbissuppe) aber es ist durchaus sinnvoll 3x am Tag warm zu essen und bereits mit einem warmen Frühstück in den Tag starten. Versuche doch mal einen Frühstücksbrei oder ein warmes leckeres Porridge.

Direkt nach dem Aufstehen kannst du außerdem ein Glas warmes Wasser mit Zitrone zu dir nehmen, was zum einen gesund ist aber zum anderen auch deine Verdauung anregt. Auch über den Tag hinweg ist es für Vata besser, wenn du auf warme Getränke wie Tees zurückgreifst. Es gibt natürlich extra Ayurveda Tees aber du kannst ebenso gut auch Kräuter- und Gewürztees trinken.

3. Neben der Kälte kommt auch häufig die Trockenheit im Herbst, was manche von uns auch an ihrer Haut wahrnehmen können. Sorge also für ausreichend Feuchtigkeit. Hierfür eignet sich anstatt einer Bodylotion auch wunderbar ein kaltgepresstes Bio Sesamöl, welches du u.a. bei ayurveda-marktplatz.de online bestellen kannst. Ayurveda empfiehlt dir außerdem auch regelmäßig Selbstmassagen durchzuführen.

Die Anleitung hierfür steht dir unten als Download zur Verfügung.

Um der Trockenheit vorzubeugen achte darauf immer ausreichend zu trinken. Natürlich weißt du das aber oft vergessen wir einfach genug Flüssigkeit zu uns zu nehmen. Deshalb hier der kleine friendly Reminder an dich.

4. Der Herbst schenkt uns einen sonnigen Tag? Ab nach draußen in die Sonne und die Wärme aufnehmen und genießen. Das liebt Vata!

5. Du möchtest gerne Bewegung und Yoga praktizieren? Dann empfiehlt es sich viele Vorbeugen zu praktizieren. Erinnere dich, dass Vata mit Bewegung einhergeht und wir für den Ausgleich mehr Erdung benötigen. Vorbeugen sprechen unser parasympathisches Nervensystem an, beruhigen unseren Geist und schenken uns Erdung. Deshalb kannst du diese Praxis auch wundervoll am Abend praktizieren. Außerdem ist auch Yin Yoga eine wirklich tolle Möglichkeit, um Vata auszugleichen.

6. Regelmäßigkeit ist ein Punkt, der für Vata sehr wichtig ist und das gilt auch für unsere Schlafenszeiten. Wir bereits oben erwähnt ist auch die Natur und unsere Umgebung in die drei Doshas eingeteilt und somit auch die unterschiedlichen Tageszeiten. Da von 18.00 - 22.00 Uhr Kapha Zeit ist, also die Zeit der Elemente Erde und Wasser, ist es sinnvoll die angenehme Trägheit, die diese Zeit bis 22.00 Uhr mit sich bringt, auszunutzen und demnach bis 22.00 Uhr ins Bett zu gehen. Tatsächlich empfiehlt Ayurveda um 06.00 Uhr aufzustehen, jedoch ist mir natürlich bewusst, dass die Zeiten, wann wir ins Bett gehen und wieder Aufstehen auch abhängig von unseren Arbeitszeiten sind.

7. Um die Regelmäßigkeit und die Ruhe noch etwas mehr zu stärken kann es hilfreich sein eine regelmäßige Meditationspraxis in den Alltag einzubauen z.B. direkt nach dem Aufstehen. Es muss nicht immer gleich eine sehr lange Meditation sein, du kannst dir auch einfach 5-10 Minuten vornehmen.

8. Wie wäre es mit guten Aroma für das Wohlbefinden? Ich persönlich benutzt super gerne Düfte wie Lavendel, Zirben- oder Zedernholz, um mich zu erden und den Geist ruhig werden zu lassen. Einfach ein paar Tropfen in den Diffuser und den natürlichen Duft genießen. Natürlich gibt es auch hier extra Mischungen für die Vata Balance. Ich denke aber, dass wir den Duft auch als wohltuend und angenehm empfinden sollten und man auch seiner Intuition bei der Auswahl vertrauen darf.

9. Gönn dir doch einfach mal ein ausgiebiges Bad, um dich aufzuwärmen und zu entspannen. Vielleicht magst du dir Kerzen aufstellen, Rosenblätter mit ins Wasser geben und einen guten Badeschaum oder Badesalz verwenden. Vielleicht machst du dir auch schöne Musik an. Ich persönlich liebe die Sets von Alexrainbird Music (findest du auf Youtube), denn hier gibt es auch für jede Jahreszeit und für jeden Monat die passende Musik im Genre Indie und Folk.

Du hast keine Badewanne? Dann bereite dir doch ein schönes Fußbad vor und schenke auch deinen Füßen, die unsere Basis für Erdung sind, viel Aufmerksamkeit. Creme sie ein und vergesse sie beim massieren nicht. Ich finde es sehr schön meine Füße Abends mit Lavendelbalsam einzucremen, da der Duft sehr beruhigend wirkt.

10. Last but not least noch eine Idee für den Abend: Für einen guten Schlaf kannst du dir am Abend noch eine Moon Milk zubereiten. Moon Milk wird aus indischen Gingseng/ Schlafbeere (Ashwagandha) zubereitet und hat eine ausgleichende und schlaffördernde Wirkung. Moon Milk gibt es bereits als fertige Mischung, z.B. auch in Verbindung mit Kakao, zu kaufen, welche du dann mit Pflanzenmilch zubereiten kannst.


Ich wünsche dir eine wundervolle Herbstzeit, eine Zeit, die du für Selbstfürsorge, Ruhe und Gemütlichkeit ganz für dich nutzen kannst.


Wenn du Lust dir noch ein bisschen extra Selfcare zu gönnen, dann möchte ich dich von Herzen zu meinem Mini Herbst Retreat am Samstag 06.11.2021 einladen. Wir kommen online für drei Stunden zusammen, praktizieren Yoga, mit Pranayama und Meditation, gehen über in eine herzöffnende Cacao Zeremonie und Journaling und beenden die Zeit mit einer entspannenden Yin Yoga Praxis.


Für mehr Infos klicke einfach auf den Butten und lasse dich zur Veranstaltung führen.


Und als Goodie für dich gibt es hier noch zwei kostenlose Downloads für eine Ayurvedische Selbstmassage und eine Vata-reduzierende Kürbissuppe

Ayurveda Selbstmassage
.pdf
Download PDF • 7.69MB


Vata reduzierende Kürbissuppe
.pdf
Download PDF • 9.41MB

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